Lektion 17

In dieser Lektion geht es um Wicca.

Sicherlich hast du davon schon einmal gehört, aber was genau ist Wicca überhaupt?


Wicca wird oft als "Religion der Hexen" betitelt. Der Grund dafür ist, dass circa die Hälfte der Hexen dem Wicca Glauben angehören.

Im Gegensatz zu bekannten Religionen, wie Christentum, Judentum, oder Islam, glaubt man im Wicca allerdings nicht an einen Gott im klassischen Sinne. Zwei Gottheiten, die große Göttin und der gehörnte Gott stehen lediglich als Sinnbilder und werden nicht als real existierende Wesenheiten betrachtet.

Der Ursprung von Wicca lässt sich nicht genau bestimmen. Der Begriff "Wicca" wurde erstmals 1951 verwendet; in der heutigen Schreibweise mit zwei "cc" erst 1969. Gerald Gardner und Doreen Valiente sind zwei Personen, die sehr viel zur schriftlichen Fixierung von Ritualen beigetragen haben, denen aber die Teilhabe an der Gründung von Wicca nur selten fälschlich zugeschrieben wird.

Die Traditionen des Wicca sind nämlich deutlich älter, lassen sich aber zeitlich nicht genau einordnen, da das meiste nur mündlich weitergegeben wurde. Mehrere Personen, wie z.B. George Pickingill sind aber definitiv mit den Traditionen des Wicca in Verbindung zu bringen, weshalb die Entstehung mindestens schon im 11. Jahrhundert stattfand. Die älteste bekannte Person heißt Julia; da kein Nachname bekannt ist, können wir dies allerdings nicht zu einhundert Prozent verifizieren; Julia lebte offiziell im Jahr 1071 n.Chr.

Viele Personen üben Traditionen des Wicca bereits aus, ohne davon zu wissen. So stammen z.B. Bücher der Schatten und auch Schutzkreise aus dem Wicca. Das Hexentum ist regional geprägt; in Europa und Nordamerika eben viel durch Wicca.

 

Im Wicca gibt es keine heilige Schrift, keine Sünden, keine Hierarchie.

Oft wird das Hexencredo, ins Besondere sein letzter Satz (Und schadet es keinem, so tu was du willst!) von vielen Wiccas als zentrales Moralbild der Religion betrachtet.

Es gibt im Wicca zur besseren Organisation in einem Coven unterschiedliche Grade. Eine Person im 1. Grad wird Junghexe, oder Novize genannt und ist an Ritualen zwar beteiligt, leitet diese aber nicht. Die Person ist meist durch ein feierliches Ritual in den Coven initiiert worden und wird als vollwertiges Mitglied gezählt. Den 2. Grad erlangt man traditionell frühestens nach einem Jahr und einem Tag und erst, wenn man über ausreichend Wissen verfügt. Personen im 2. Grad werden einfach nur Hexe genannt und leiten Rituale, beraten andere Hexen und sind in der Lage, auch komplizierte Fragen zum Hexentum beantworten zu können. Den 3. Grad erlangt man erst, wenn man den Coven verlässt; eine Person im dritten Grad wird Hohepriesterin, oder Hohepriester genannt und ist dafür verantwortlich, komplexe Fragen zu beantworten, anderen zur Seite zu stehen und komplizierte Rituale, wie Initiationsfeiern, Jahreskreisfeste, oder Handfastings zu leiten. Ohne den Coven zu verlassen wird man in diesen Grad meist nur erhoben, wenn es erst einen Hohepriester, oder eine Hohepriesterin gibt; traditionell hat ein Coven nämlich immer zwei.


Die beiden Gottheiten des Wicca werden nicht als real existierende Wesen gesehen, sondern verkörpern lediglich wichtige Eigenschaften unseres Seins. Auch im Wicca kann man mit Gottheiten arbeiten, oder diese verehren - Die Göttin und der Gott stehen wie gesagt lediglich für die wichtigsten Aspekte allen Seins, die uns tagtäglich allgegenwärtig sind.

 

Die große-, selten auch die dreifaltige Göttin steht für den Mond.

Sie symbolisiert in ihren drei Formen - Jungfrau, Mutter und weise Alte - die drei Phasen des Lebens: Geburt, Leben und Tod.

Die Jungfrau steht für den Frühling, die Natur, Fruchtbarkeit, Freiheit und Leidenschaft.

Die Mutter steht für den Sommer, Schutz und vor allem bedingungslose Liebe; die Göttin kennt keine Fehler, oder Sünden. Sie liebt jeden Menschen bedingungslos.

Die weise Alte regiert über Herbst und Winter. Sie hat alles gesehen und hat den Tod nicht zu fürchten, da sie im nächsten Jahr als die Jungfrau neu geboren wird. Sie vorrangig für Wissen und Weisheit.

 

Das Symbol der großen Göttin ist der Dreimond (Neu-,Voll-, und Restmond aneinander in einer Reihe).

Der gehörnte Gott ist sowohl Jäger, als auch Gejagter.

Verkörpert wird er durch die Sonne.

Er ist das absolute Gegenteil des Klischee-mäßigen starken Mannes und steht für zärtliche Liebe und Sexualität (also sowohl sexuelle- und romantische Anziehung), zeitgleich aber auch Kraft und Verstand.

Seine Hörner stehen für die Verbindung zur Natur, ins Besondere zu den Tieren.

Er ist zeitgleich Spender des Lebens, aber auch Gejagter, der sich seinem Schicksal hingeben muss.

Die Göttin ist seine Gefährtin und zeitgleich auch seine Mutter. Diese Beziehung symbolisiert den Kreislauf der Sonne, die im Verlaufe des Jahres die Erde kürzer-, bzw. länger mit ihren lebenspendenden Strahlen erwärmt.

 

Das Symbol des Gottes ist ein Vollmond, auf dessen Oberfläche ein Mond, der zeitgleich zu- und abnehmend ist, da seine Spitzen nach oben und nicht nach links oder rechts deuten.